Wer ist "Bruder Josephel"?

Als ich mein Praktikum im Kloster Severin machte, lernte ich auch die zwei Bufdis Erik und Flo kennen. Da ich in der Zeit im Kloster auch für das Essen verantwortlich war, wurde mir von den beiden der Name Bruder Josephel ehrenhalber zugesprochen.

Daher stammen die Rezepte von Bruder Josephel.


Waldmeisterbowle

So, trulla jussa Heiterkeit, der Maien hält Einzug in unseren Gefilden. Das heißt Sonne, die ersten heißen Tage und laue Nächte. Und um diese in gebührender Weise zu verbringen, am besten bei Feuer, gutem Essen, umgeben von lieben Freunden, wollen wir uns an ein gar vorzüglich Getränk wagen zu erschaffen: Waldmeisterbowle.

 

Dafür brauchen wir:

 

1 Bund Waldmeister

2 Spritzer Limettensaft

2 Flaschen Weißwein halbtrocken

1 Flasche Sekt halbtrocken

Eiswürfel

 

Also, nutzen wir den schönen Tag um einen ausgedehnten Spaziergang durch unsere schönen Wälder und kehren abends mit einem Bündel Waldmeister nach Hause und vielleiccht haben wir ja auch den Alkohol gefunden den wir brauchen. Und bei nem Abstecher in die Arktis auch das Eis. Wenn nicht, müssen wir wohl doch nochmal zum Bauernhof oder wo es den Rümpel halt gibt. Und sind wir also zurückgekehrt, dann lassen wir den frischen, knackigen Waldmeister mal schööööööön verwelken über Nacht. Und am nächsten Morgen basteln wir mal die Flasche Wein in eine Bowle-Schüssel. Und dann angeln wir ein bisschen. Hängen wir den Waldmeister an die Angel und fischen damit in der Bowleschüssel nach öhm Weingummifischen oder sowas. Nah einer halben Stunde dürfet das aber wohl langweilig geworden sein. Und wenn man über den nicht gelungenen Fang frustriert ist, kann man den Köder auch gleich wegschmeißen. Dafür aber die restlichen Buddel Wein und den Sekt in die Schüssel. Und natürlich, die Limette nicht vergessen. Und je nach persönlichem Gusto, darf das Ganze natürlich noch individuell verfeinert werden, so als Anregung seien vielleicht Erdbeer- oder Pfefferminzblätter genannt, Honig evtl. für die Süße, da seien unserer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Und jetzt schnell raus damit ans Feuer in die kühle Maiennacht. 


Bärlauchpesto

Bereits auf manchem Bauernmarkt findet man ihn am Gemüsestand oder beim Wandern im Wald riecht man mancher Orts einen leichten Knoblauchduft. Und wenn man dann seiner Nase folgt, dann findet man, voila, zarte grüne Blätter die den feuchten Waldboden in einem dichten Teppich bedecken: der Bärlauch. Und mit diesen Blättern lässt sich ein, mit nachfolgendem Rezept, ein ganz wunderbares Pesto zubereiten. Doch nicht nur Blätter wollen gesammelt werden, so ungefähr 2 gute volle Hände, sondern auch:

 

1 EL Pinienkerne

50 g Pecorino (Sardisch/Sizilianischer Schafskäse) oder Grana Padano

1 dl Olivenöl Extra vergine (man braucht nicht viel, dafür vom Besten nehmen!)

1 TL Pfeffer

1/2 TL Salz

 

 

So, zuerst einmal die Wanderstiefel ausziehen, dass der Dreck im Flur bleibt und dann den Bärlauch sauber abwaschen, dass auch der an ihm anhaftende Dreck nicht im Pesto landet. Dann gut trocken schütteln und mikroskopisch klein schneiden. Als denn die Hälfte des Bärlauchgewichtes in Pinienkerne in einen Mörser - so eine schwere Schale aus Stein in der man Gewürze mit einem schweren Stößel aus Stein zermahlen kann - geben. Mit eben diesem Stößel die Pinienkerne dann fein mahlen.  Soooo, dann nehmen wir uns mal des Käses an, ein wichtiger Eckpfeiler jeden Pestos. Den gewünschten Käse dann schön fein reiben oder mahlen, je nach vorhandenem Gerät. Und zwar soviel davon, dass der Häufen geschnittenen Bärlauchs und gemörserter Pinienkerne zu dem des geriebenem Käses gleich groß ist. Auf zum nächsten wichtigen Eckpfeiler eines Pestos, dem Öl. Nun die beiden Häufen zusammenmengen und den so entstandenen großen Haufen mit Öl begießen und dann alles schön gleichmäßig vermengen. Wenn eine besondere Sämigkeit gewünscht ist, so kann man zum Mischen auf einen Pürierstab mixen. Dann mal noch ein, zwei Stunden auf der Fensterbank oder so vergessen und ziehen lassen, danach mal probieren und mit Salz und Pfeffer final abschmecken. Das so entstandene Pesto hält sich nun mehrere Wochen im Kühlschrank und schmeckt köstlich - natürlich - zu Pasta aller Art, aber auch zu Lammfleisch oder Rindsbraten.


Brennnesselchips

Man benötigt:

 

Brennnesseln

Fett zum Frittieren (am besten in einer Fritteuse natürlich), wir raten hierbei zu Ghee. Denn es hat den großen Vorteil, dass sich beim Erhitzen keine ungesunden Transfette bilden.

Salz

  

Lustige kleine pelzige Gesellen, die überall an allen Wiesensäumen, an Waldrändern, an Tümpeln und Seen wachsen, praktisch überall. Die man trocknen kann, die seeehr gesund sind, aber leider, leider auch dazu neigen, vorbeikommenden Wanderern in die Waden zu beißen, unbedacht schlendernden oder im Gras liegenden Menschen kleine rote Stiche zu versetzen - Brennnesseln. Sie lindern rheumatische Schmerzen, sind sehr schmackhaft in Salaten und man kann sie abends hervorragend vorm Kamin knabbern, als Chips. Und das ganz ohne brennende rote Pünktchen, die kratzen und jucken. Dann wollen wir uns da mal ran machen an die obskure Geschichte, die vielleicht noch manch einer etwas skeptisch beäugen möchte. Doch lasset euch nicht entmutigen. Sammeln wir uns mal:

 

Voila, huch, das ging aber schnell. Um zu verhindern, dass man sich beim Pflücken oder Zupfen der Blätter oder sogar beim Waschen, die Pfoten verbrennt, darf man natürlich geeignete Schutzausrüstung tragen. Die Brennnesseln am besten auch an einem Tag nach einem Regenschauer sammeln, dann sind schon mal Straßenstaub und - je nach Standort - eventuelle Verunreinigungen durch Tiere abgewaschen. Aber daheim nochmal waschen, allein schon wegen des unglaublichen Nervenkitzels. Wenn die Blätter dann abgetropft sind, ins heiße Fett geben, schön knusprig ausbacken und zum Abtropfen auf ein Küchentuch. Etwas abkühlen lassen, in eine Schüssel damit und jetzt die letzte verblieben Zutat, wer sich noch erinnern kann dazu, tada, Salz. Gut vermengen und schon kann man die unbrennenden Brennnesseln genießen.

Oh Wunder, wer hätte es gedacht . . . .  Brennnesseln.


Fastnachtsküchle

Weit entfernt von all dem zügellosen, bierseligen, stumpfsinnigen Faschingstrara, bei dem man sich gar alberne Kostüme aus billigem Plastik überstreift und für ein paar Tage sämtliche moralischen Grundsätze von sich weist. Da füllen zur Fastnachtszeit schaurige Gesellen und Hexen mit grotesken Holzmasken die Straßen süddeutscher Städte -  in der allemannischen Fastnacht. Und ebenso tradtionell wie das individuelle Häs der einzelnen Narrenzünfte sind auch die Fastnachtsküchle, deren Herstellung wir uns nun widmen wollen. Dafür brauchen wir erst einmal:

 

500 g Mehl

80 g Zucker

1 Pck. Vanillezucker

1 Prise(n) Salz

1 Pck. Hefe

40 g Butter

wenig Milch

3 Ei(er)

Öl, zum Ausbacken

 

So, basteln wir uns zuallererstmal einen Hefeteig. Dazu Mehl, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in eine Schüssel fügen. Als denn drücken wir eine Mulde in den ganzen Haufen, so das ein kleiner Krater entsteht. In diesen Krater werden wir die Hefe bröseln. Wir kreiren uns einen sogenannten Vorteig. Dann noch schnell die Butter schmelzen, ein paar Löffel Milch dazu und hinein in den Vulkan. Ein bisschen mit der Hefe vermischen und etwas gehen lassen. Nach einer kurzen Geh-Zeit, die Eier -schwupp- rein und einen schönen geschmeidgen Teig formen.

Aus dem großen Teig dann mehrere kleine Teige formen. Und nun kommt der Teil, der den Fastnachtsküchlein auch den Namen ,,Ausgezogene" einbringt. Die kleinen Teigkugeln mit den Händen zu runden flachen Scheiben ausziehen und diese sofort in heißes Fett legen und goldbraun ausbacken. Zum Abtrocknen auf ein Küchentuch und noch warm mit Puderzucker bestäuben. Am besten natürlich warm genießen. Eine wunderbare Alternative zur Faschingszeit, zum Berliner.

Eine echte süddeutsche Spezialität. 


Äpfel im Schlafrock

Wir benötigen:

 

2 Päckchen Blätterteig       

3 Äpfel

100g Haferflocken (alternativ: gemahlene Nüsse)

100g Rosinen

Marmelade nach persönlichem Gusto

1 Eigelb

 

 

Es ist kalt dort draußen vor den Toren; man muss sich warm anziehen gegen Wind, Kälte und Schnee und warum sollte man unser geliebtes Essen davon ausnehmen.

Also wollen wir ein gar feines Winteressen bereiten, das auch fein eingepackt gegen die Kälte ist. Dafür nehmen wir den vorgefertigten Blätterteig aus seiner Verpackung und walzen ihn ein wenig in Länge und Breite mal Höhe. Und dann nehmen wir von jedem der gewalzten Teile so ungefähr ein Drittel ab und fügen die dann zu einem dritten Ganzem zusammen. Als dann sei ein wenig Grausamkeit gefordet, es gilt den Äpfeln tatsächlich bei lebendigem Leibe die Haut abzuziehen. Und wenn dies geschehen, sogar noch die Innereien mittels einem so bezeichneten ,,Kerngehäusestechers" zu entnehmen. Da wir ja etwas entnommen und entfernt haben, sollten wir dies dem Apfel wieder angedeihen lassen.

Im Klartext: wir stellen jeden Apfel auf ein Teigstückchen und füllen ihn dann  abwechselnd mit Marmelade und Haferflocken und Rosinen. Da ihm ja bis jetzt immer noch eine Haut fehlt schlagen wir den Teig auf dem er steht um ihn herum hoch und klappen ihn über der Marmeladenfüllungsöffnung zusammen. Schwupp, noch das Ganze mit Eigelb eingepinselt und bei 200 Grad in die Röhre. Ein bis zwei Glühwein (also ca. 30 Minuten, je nach Größe mehr oder weniger) warten und voila, schon hat man für wenig Arbeit ein wunderbares Wintermahl.


Mispelkuchen

 Hoffen wir,dass der Nikolaus folgendes in seinem Sack für uns hat:

 

300 g Mehl

1 Päckchen Backpulver

250 g Butter

4 Eier

150 g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

Eine Prise Salz

500 g Mispelkonfitüre

Zimt und Ingwer, vorzugsweise gemahlen

75 g geriebene weiße Mandeln

 

Ein weiteres Rezept, um eine verloren geglaubte, vergessene Frucht aus unseren Gärten: die Mispel. Alles dazu Wissenswerte darf dem ,,Kraut des Monats" entnommen werden, denn zu langem Parlieren fehlt uns die Zeit und draußen ist es kalt. Also Holz in den Herd, bis das Backrohr fein bei 180° am Glühen ist. Und auf der Herdplatte dann gleich mal Butter zum Schmelzen bringen, denn die sollte flüssig sein.

Wenn dies geschehen, 4 Eier mit dem Vanillezucker und mit so einer lustigen Drehaparatur zum Mixen locker flockig schaumig schlagen, eine Prise Salz darüber schneien lassen. Hoffentlich habt ihr die Butter vom Herd genommen, dass sie etwas abkühlt, nicht dass uns die Rührschüssel schmilzt wenn wir die jetzt dazugeben.

Mit einer Hand weiterquirlen, mit der anderen Backpulver zum Mehl geben, das man natürlich vorher abgewogen hat. Wenn nicht, müssen jetzt wohl auch die Füße ran. Oder sogar Hilfsfüße, denn jetzt muss alles zusammen kommen. Wenn der so geschaffene Teig dann schön sämig ist, darf man ihn kurz mal wegstellen, um ein Glas Punsch zu trinken, es ist ja immerhin Advent, oder zumindest kalt, oder vielleicht nass, egal Punsch ist immer gut.

Gestärkt dann eine Springform reichlich einfetten und die Hälfte des Teiges eingießen. Die Form in den glühenden Ofen und 10 Minuten dort belassen. Noch eine Tasse Punsch. Und jetzt zur Mispel. Wer sich über die Mispel informiert und vielleicht sogar welche aufgetrieben hat, der hat hoffentlich die Konfitüre selber gemacht, schmeckt immer am allerbesten. Wie mit diesen putzigen Früchtchen umzugehen ist entnimmt man ebenfalls dem Kraut des Monats, denn die 10 Minuten sind um und der erste Kuchen kommt aus dem Ofen. Jetzt haben wir soviel Zeit mit Punsch und Mispeln vergeudet, jetzt aber flott, die Konfitüre mit den Pülverchen vermischen und ab damit auf den Kuchen. Den restlichen Teig darüber breiten, nochmal Frau Holle spielen und Mandeln schneien lassen und wieder zurück in den Ofen. Diesmal etwas länger gute 25-30 Minuten. Solange eben, bis nichts mehr an einem Holzstäbchen hängen bleibt. Nach dem Einstechen eines Solchen... oder wenn er schön goldbraun ist..oder wenn ihr zu viel Hunger vom Punsch habt. Dann bleibt jetzt nur noch: euch allen einen lustigen, schmackhaften Winter und lustige Feiertage zu wünschen.  


Quittengelee und Quittenbrot

Eine beinahe schon ausgestorbene Frucht erobert seit einigen Jahren wieder den heimischen Gärten zurück: die Quitte.

Ein fast schon strauchähnlicher Baum, der  im Herbst wunderbar gelb leuchtende feste Früchte ernten lässt. Und flauschig sind sie auch noch, die ovalen Dinger. Aber man kann mit ihnen weit mehr anfangen, als sie nur zu Dekozwecken oder zum Kuscheln zu nehmen.

Man kann sie, oh Wunder nein, sogar essen. Okay, roh vielleicht nicht ganz so gut, aber hier zwei leckere Verwurstungstips für die Quitte:

 

Quittengelee und Quittenbrot (eigentlich nur ein Rezept, aber aus den Resten des Ersten lässt sich wunderbar noch das Zweite machen und so muss auch nichts übrigbleiben)

 

Erstmal vorbereiten: d.h. die Quitten sauber frottieren und zwar mit einem trockenen Tuch den kuscheligen Pelz abrubbeln. Oder abkuscheln, dann hat man davon auch noch was davon. Und jetzt noch barbarischer: nicht nur den Pelz abziehen, jetzt auch noch die armen Geschöpfe in große Stücke stückeln . . . .  Vielleicht hilft es zur Ablenkung eine Schüssel Zitronenwasser vorzubereiten. Wie beim Apfel auch, verhindert selbiges, dass die Quitten braun werden. Also rasch nach dem Schneiden baden schicken. Und nichts verschwenden. Nur Stielansatz und Blüten entfernen, Kerngehäuse mit verarbeiten, denn da sitzt das Aroma wie bei der Weißwurst die Vitamine unter der Schale oder irgendwie so war das glaube ich . . .  Dann ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Stückchen sind kalt und sie brauchen etwas Temperatur, aber nur so viel, dass sie schön weich werden. Nicht matschig, so ungefähr als wolle man Kartoffeln für Kartoffelbrei weich kochen. Der Rohstoff ist geschaffen, machen wir was draus:

 

Gelee:

Wieder Fingerspitzengefühl, sehr anspruchsvoll das Ganze, aber einmal wird man wohl etwas zärtlich sein können. Je weniger man jetzt dabei drückt, wenn man den Saft  durch ein Tuch oder ein Haarsieb abseiht, desto heller und klarer wird das Gelee.

Klaro, wer die ganzen Schwebteile wie ein Ochse durch das Handtuch drückt, muss sich nicht über die Rückstände wundern. 

 

Hoffentlich hat man sich gemerkt, wie viel Saft das nun ergeben hat, wir brauchen nämlich exakt die selbe Menge an Gelierzucker. Alles zusammengeben, umrühren, fertig. Ne, zu früh, Herd, kochen!! So ungefähr ja 3-4 Minuten. Mal einen Finger reinhalten, schmecken ob es schmeckt, man darf auch gerne nach Vorliebe noch etwas ,,nachwürzen" mit Zimt, Vanille, Cognac, anderer Schnaps, Whisky, oder, ach seid mal selber kreativ.

So, es ist ja noch was im Topf, die Schwebeteilchen und so, also das was wir nicht durchs Tuch bekommen haben mit unserer Feinfühligkeit. Daraus machen wir jetzt auch noch was Lustiges, und zwar: 

 

Quittenbrot:

Jetzt haben auch die Kerngehäuse endgültig ihren Teil getan und dürfen abgeschnitten werden und darauf achten, dass wirklich nichts an Kernen oder so übrig bleibt, denn die würden wir ansonsten jetzt mit dem Mixer zerhäckseln und das wäre schadhaft. Solange passieren, pürieren und klein machen, bis sich die Stückchen in sämiges Quittenmus verwandelt haben. Und wieder Zucker, kein Gelierzucker, sondern ganz normaler Rohrzucker. Aber wie oben schon gesagt, gleicher Teil, rinn in den Pott, Hitze hoch, und eine 3/4  bis 1 Stunde dick einkochen lassen.

OBACHT!!! Ständig rühren, sonst könnt ihr den Topf nachher wegwerfen, so Zuckerklebe geht nie wieder raus!!! Ihr seid gewarnt.

Nun noch etwas Fett, ja eine ganz gesunde Sache, die Geschichte hier. Aber wirklich nur etwas Fett, gerade mal so viel Butter, um ein Kuchenblech oder eine Auflaufform schön einzubuttern. Auf selbige buttrige Oberfläche nun gleichmäßig 1-2 cm dick das Zucker-Quittenmus auftragen, sauber verspachteln und 2-3 Tage in einem warmen Raum trockenen lassen. Wer aber keine Zeit und zu viel Geld hat, kann auch ein bisschen die Republik heizen und die Bleche, d.h. Auflaufformen für 3-4 Stunde bei geöffneter Backofenklappe und 100 C° im Backofen parken. Nach der Trockenzeit in lustige Förmchen schneiden und nach Belieben in Hagelzucker, Kokosflocken oder Mandeln oder anderem Genusse wälzen.

Dann wichtig: In einem gut verschließbaren Gefäß aufbewahren. Da bietet sich wunderbar eine Blechdose an, die auch noch einen dekorativen Zweck erfüllt, wie die Quitte ja selbst auch. Ach ja, eins noch zum Schluss, immer eine Schicht Pergamentpapier zwischen die einzelnen Lagen Brot packen, nicht dass man aus der Büchse nur noch einen Brotturm zieht. Und ein kleiner Tipp: Zu diesem Quittenbrot passt ganz hervorragend, ja was, genau, Quittengelee! 


Hagebuttenmarmelade

Körbchen gepackt, Stiefel an, ab in den Wald und:

 

3 kg Hagebutten

2 l Wasser

Saft

Gelierzucker

Zitronensäure

 

gepflückelt.

 

 

Haben wir einen schönen Frühherbsttag genutzt und an den Hecken und Sträuchern unserer Wälder Hagebutten gezupft, ziehen wir uns in die Küche zurück und putzen Hagebutten. Hoffentlich ist noch gut was vom Tag übrig, denn es ist eine recht langwierige Fiselarbeit, Blüten und Stielansatz zu entfernen, die Hagebutten zu halbieren und die kleinen Kernchen auszuschaben. Wenn man Letztere aufhebt und trocknet, ergibt das ein super Juckpulver. Aber uns juckt es jetzt ja eher in den Fingern nach Marmelade.

Also, die so vorbereiteten Butten in 2 Liter Wasser ca. 1 Stunde sanft weich kochen lassen. In der Wartezeit darf man gleich mal, solange er noch offen hat, zum Küchenwarenkrämer hetzen und sich eine ,,Flotte Lotte" besorgen. Ein ausgezeichnetes Gerät, mit dem sich die Hagebutten dann wunderbar passieren lassen. Der, bei dem der Krämer bereits die Schotten dicht gemacht hat, kann einen Pürierstab nehmen. Wer auch den nicht hat: ein Hammer erzielt ungefähr ähnliche Ergebnisse.

So, der Rohstoff für die Marmelade ist geschaffen, praktisch das Eisen aus dem Erz gewonnen und jetzt ist ein wenig persönlicher Geschmack gefragt. Denn wir können unsere Hagebuttenmarmelade noch durch einige fruchtige Noten ergänzen durch die Zugabe von Säften. Hierbei empfehle ich ein Mischverhältnis von vier Teilen Hagebuttenmark zu einem Teil Saft. Die Wahl des Saftes unterliegt wie gesagt dem persönlichen Geschmack. Wenn man das dann entsprechend vermengt hat, bleibt mir jetzt leider nur noch auf die Zubereitungshinweise auf dem entsprechenden Gelierzucker zu verweisen und nach diesen zu verfahren.

Ah, und die Zitronensäure, genau, nicht vergessen. Aber die kommt ohnehin ganz zum Schluss dazu. Anstatt zum Krämer zu hüpfen, darf man die Wartezeit (verursacht durch das Kochen der Butten) auch dazu nutzen, Gläser auszukochen um nach Beendigung der Puhlerei und Kocherei geeignete Gefäße für die köstliche Marmelade zu haben. Gut verschließen und am besten einen Teil gleich warm essen. Unvergleichbar! 

Und genießen wann immer man einem kleinen Stück Spätsommer am Waldrand bedarf.


Hollersuppe

Pflücken wir uns:

 

1 kg Holunderbeeren

125 ml Rotwein oder Apfelsaft

5 EL Zucker

2 EL Speisestärke

1/2 Bund Minze

Salz

Zitronensaft

Zimtpulver

 

Der Sommer neigt sich dem Ende und wir gucken mal so in den Garten, auf den Feldern und in den Wäldern, was da so wuchert, wächst und gedeiht.

Wo sich die Natur schon fast wieder auf die Kälte einstellt. Und voila, was finden wir denn da?  Überall in den Hecken, an den Waldrändern lachen uns dunkelrote Beeren an. Die Holunderbeeren... Und von denen nehmen wir uns doch gleich mal einen großen Beutel mit und husch husch nach Hause. Ofen einheizen, dann wirds auch gleich gemütlich warm und die Beeren waschen und putzen. Sodenn das Ganze mit 1l Wasser aufkochen, brodel brodel und noch ein bisschen brodeln. Während das so brodelt, die Beeren auch noch zermatschen. Nach 10 min. Gebrodel und Gematsche kann man das Ganze von seinem Leiden erlösen und abgießen. Aber muhaha, verraten, denn für den ausgekochten Saft heißt es zurück in den Topf. Und während es so im Topf topft, kann man die Speisestärke schon mal ins Wasser einrühren und dann, schön langsam unterrühren. Und weil es so schön ist, das Rühren, rühren wir auch noch den Zucker, einen Hauch Salz und den Wein (oder eben auch den Apfelsaft) dazu. Jetzt muss es nur noch schmecken und probieren geht über studieren. Löffel her, rein in den Sud, Mäulchen auf, abgeschmeckt, ah es fehlt noch was: ein wenig Zimt, ein wenig Minze, schön kleingehackt, da sollte doch was zu machen sein. So lange wiederholen, bis es euch mundet. Und hoffentlich bleibt dann noch was für die Gäste oder Freunde, oder wen auch immer übrig.

Gekühlt oder lauwarm auf den Tisch damit, und sich loben lassen. 


Sommernudeln

Vonnöten seien uns:

 

5oo g Spaghetti

1 Becher Creme fraiche

Basilikum, so viel wie möglich

Parmesan

1 kleine Knoblauchzehe

 

Die Nächte lau und kurz, der Himmel dunkelblau, roter Schimmer im Westen.

Lampions in den Bäumen, Grillen zirpen in den Feldern, ein Glas eiskalter Weißwein und dazu, hmmmmm lecker Rinderhüfte mit Pilzragout.

Oder eine feine Kartoffelsuppe... Wohl eher nicht:)

Da greifen wir in ein paar Monaten nochmal darauf zurück. Doch für eine solche Sommernacht bedarf es etwas Leichteres. Und auch etwas das schnell zu zubereiten ist. Nicht dass die Kocherei dem Koch noch die Schweißperlen von der Stirn ins Mahl tropfen lässt.

Schnell einen Topf Wasser auf den Herd, eine Prise Salz schwungvoll hinein befördert, und bis zum Kochen desselben gleich mal Creme fraiche in ein Behältnis geben. Auch wenn wir Gewalt und Barbarei nur in wenigen Fällen für gut heißen müssen wir jetzt doch aktiv dazu aufrufen. Es gilt den Basilikum zu zerhackseln, ja zerhackseln, mit bloßen Händen Blatt für Blatt zu zerreißen, zu zerstückeln und zu zerkleinern und selbige Schnipsel ab in die Schüssel zur Creme fraiche.

Ebenso den Parmesan. Den muss man aber nicht mit den Händen zermahlen, da darf sich einer Reibe bedient werden. Auch zum Pressen des Knoblauchs sei eine Presse legitim. Auch diese beiden Ingredienzien finden ihren Weg in die Schüssel und alles dort Versammelte nun gut vermengen. Inzwischen kocht das Wasser. Nudeln hineinkomplimentieren, al dente kochen (man kennt da ja den dämlichen Trick aus der noch dämlicheren Werbung, also den ganzen Topf Nudeln gegen die Wand kippen und was nicht auf den Boden fällt ist al dente und kann von der Wand in die Schüssel gekratzt werden).

Vielleicht doch lieber ein Sieb nehmen . . . . Aber der letzte Teil stimmt, die abgetropften Nudeln in die Schüssel geben, kräftig rotieren lassen und hurra, fertig.

Schnell, einfach, schmackhaft und wohl weit besser für eine laue Sommernacht als der oben beschriebe Firlefanz, dazu dann im Herbst ein paar Worte. 


Mädesüß-Eis

Wir beschaffen uns:

 

Eine geöffnete Blüte Mädesüß

150 ml Milch

50 g Zucker

300 g Naturjoghurt (Vollmilchjoghurt)

1 Becher Schlagsahne

2 TL Zitronensaft

Ein gar lustig Obst (welches gerade Saison hat natürlich)

 

Aaah, der Sommer, wie wunderbar. Die Sonne brennt, die Mücken stechen. Ohne Schatten ist es kaum mehr auszuhalten und die flirrende Hitze steht über den Landen. Die Badeseen verkocht und die Strände überlaufen, da bleibt uns doch nur, uns die Erholung und Erfrischung selbst zu holen.

Also nichts wie ran an den Herd oder besser gesagt den Kühlschrank...

Aus jenigem entnehmen wir uns gleich mal die Milch und gehen damit doch an den Herd. Aber man darf sich auch ein kühles Getränk mitnehmen. Da wollen wir mal nicht so sein. Am Herd angelangt, nach einem erfrischenden Kampfschluck, erhitzen wir die Mädesüßblüte in der Milch zusammen mit dem Zucker. Nicht aufkochen lassen, einfach erwärmen, dann beiseite stellen und für die nächsten 2 Stunden mit Missachtung strafen. Vielleicht nochmal einen Erfrischungsschluck?

Dann aber weiter im Text: die 2 Stunden muss man nicht tot, sondern kann in ihnen auch die Sahne steif schlagen. Dies ist unser nächster Arbeitsschritt. Wenn dann die zwei Stunden verschlagen sind, den Joghurt unter die erkaltete Milch heben und anschließend die Schlagsahne.

Das Ganze gibt man jetzt für 50 Minuten in die Eismaschine. Da ich nicht der fehlerhaften Annahme anheimfallen möchte, jeder der hier mit mir Schwitzenden verfüge über eine eigene Eismaschine und ich auch nicht zum kollektiven Eismaschinenraub beim Eiscafe nebenan aufrufen sollte, darf ich eine Alternative empfehlen:

Die Eisrohmasse ins Gefrierfach gepackt und alle 20 Minuten mit dem Schneebesen verrühren. Das innerhalb unserer altbekannten ca. 3 Stunden vollführen. Genug Zeit für einen weiteren Erfrischungstrunk. Ach ja, natürlich, oder wenn in erreichbarer Nähe, gleich einmal das Obst zusammenpflücken: Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Erdbeeren, alles was Saison hat, bietet sich perfekt zu dieser kühlen Köstlichkeit an. Oder ,ein ganz besonderer Geheimtipp: mit Felsenbirnenkompott vom letzten Jahr genießen.

Ein Stück Sommerurlaub selbst gemacht, aus dem eigenen Garten und der umliegenden Natur. Was kann der Sommer Schöneres bieten??!!


Bruder Josephels Holunder- Lorbeer Panna cotta

Man stelle bereit: 

 

850 g Sahne

90 g Zucker

4 Blätter Gelatine, weiß

5 frische Lorbeerblätter

Holundersirup

 

Ist denn alles bereitet, alles in den Startlöchern? Dann ran an den Herd!

Doch gleich wieder weg davon, erstmal kaltes Wasser in eine Schüssel und die Gelatine darin einweichen. Dann zurück an den Herd. Wieder weg, Topf holen und Sahne da hinein. Und jetzt doch endlich mal am Herd geblieben. Außer die Arbeitsplatte ist weit weg vom Herd, dann muss man schon wieder weg, die Lorbeerblätter längs halbieren, rein in den Topf damit uuuuuuuuuund..... nein, noch nicht einschalten, nochmal weg, Zucker holen, rein in die Sahne und endlich endlich darf man den Herd einschalten. Nach einer Viertelstunde des Köchelns von der Kochstelle nehmen und das Gemüse entfernen. Dafür aber die eingeweichte Gelatine noch nass solange einrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Das Gemisch dann in vorbereitete kleine Förmchen füllen, schwupp, diese in den Kühlschrank gezaubert und nach 3- 4 Stunden kann man sie wieder hervorholen, auf einen Teller stürzen und mit Holundersirup und wahlweise Früchten oder Blättern drapieren. Besonders eignen würden sich hier Johannisbeeren, Pfefferminze oder Lorbeerblätter. Letztere allerdings nur als reine Dekoration!

Ein krönender Nachtisch für eine fürstliche Tafel. 


Bruder Jodephels Gierschlimonade

Aus frisch grünendem Walde pflücke man:

 

- 1 l Apfelsaft

- 0,5 l Mineralwasser

- 1 Zitrone

- 10 Stiele Giersch

- 2 Stiele Zitronenmelisse

 

Der Frühling hält Einzug im Lande, alles grünt, alles blüht, alles wächst und strotzt vor Leben. Das winterliche Grau weicht endlich einem frischen Grün und überall wachsen zarte Frühlingskräuter. Darunter vor allem der Giersch, der Wald und Wiesen bedeckt. Die beste Zeit also, mit diesem seit Urzeiten bekannten Kraut einige gar erfrischende Rezepturen auszuprobieren. Und was passt besser zu der Frische des Frühlings als eine eiskalte Limonade direkt aus dem eigenen Garten?

Hat man sich also auf die Jagd begeben und kehrt erfolgreich mit vielen vielen Gierschlingen über der Schulter nach Hause, so wasche und trockne man die Selbigen. Die Zitrone will gewaschen werden, bevor man sie in Scheiben schneidet und zu einem erquickenden Bade in Apfelsaft lädt. Am besten nutzt man dazu eine möglichst große Bademöglichkeit, denn nun gesellen sich noch die Gierschlinge und die Zitronenmelisse dazu. Die drei überlasse man jetzt getrost eine Nacht lang ihrer Dreisamkeit, bevor man am nächsten Tag das pflanzliche Gekräutere wieder entbadet und den Sud nach Belieben und Geschmack mit Mineralwasser aufgießt.

Nicht nur erfrischend und lecker, sondern nebenbei auch noch gesund, da die Gierschlinge reichlich Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen enthalten. Sie wirken außerdem Rheuma, Gicht und Arthritis entgegen, regen den Stoffwechsel an und unterstützen entgiftende und blutreinigende Prozesse im Körper. Auch bei Krämpfen helfen die Gierschlinge.

Eine wunderbare und doch oft als Unkraut missverstandene Pflanze direkt aus unserer Nachbarschaft. 


Bruder Josephels Mini-Muffin-Quiche

Man bereite sich folgende Zutaten:

 

Zum Ersten für den Teig:                           Zum Zweiten für die Füllung:           

250 g Mehl                                                    250 ml Sahne

einen halben Teelöffel Salz                       2 Eier 

Pfeffer                                                           1 Paprika

125 g Butter                                                  1 rote Zwiebel

70 ml Wasser                                                50 g geriebener Käse

                                                                       Salz und Pfeffer

                                                                       verschiedene Kräuter

Zunächst gilt es, nun aus den Zutaten für den Teig eben jenig selbigen zu basteln .Also Ärmel hoch, Mehl in eine Schüssel, die Butter in Flocken schneiden und mit Wasser und Gewürzen einen geschmeidigen Mürbeteig kneten. Damit er bei seinem Besuch im Kühlschrank nicht friert, wickelt man ihn in Frischhaltefolie und lässt ihn mindestens eine halbe Stunde in dem dunklen Kälteverschlag ruhen. Zeit genug, die Füllung für die Quiche vorzubereiten. Dafür alles Gemüse so klein wie möglich schneiden und zusammen geben. Man ist hier ja frei, was die Wahl der Zutaten angeht und noch weit über Karotten, Lauch, Spinat und Konsorten hinausreicht. Sobald dieses getan, müssen noch Eier, Sahne und Käse, kleingeschnittene Kräuter und Gewürze verquirlt werden, und dann sollte es bereits wieder Zeit sein den Teig aus dem Kühlschrank und von seiner Zwangsjacke zu befreien. Etwas größer als die vorbereiteten Muffinformen sollten die Kreise sein, die man nun am besten mit etwas kreisförmigem aus dem Teig aussticht, dass sich beim Einstülpen der selben ein kleiner Rand bildet. Jede Muffinform ist unterschiedlich und hat unterschiedliche Kapazitäten, was die Muffinaufnahme betrifft. Sollte noch Teig übrig sein, kann dieser auch noch einige Stunden, oder auch ein bis zwei Tage später benutzt werden. In die kleinen Schüsselchen drapiere man nun das Gemüseallerlei und gebe über jedes Küchlein etwas von der Sahne-Käse Mischung, doch nicht zu viel, es sollte nicht über den Teigrand schwappen. Das fertige Blech verstaue man dann für 25 Minuten artgerecht in den hoffentlich schon zu Beginn der Prozedur auf 180°C vorgeheizten Ofen. Nach beendeter Backzeit noch 5 Minuten abkühlen lassen, um die eingetretene Aufplusterung abschwellen zu lassen und schon ist ein einfaches, aber doch köstliches kleines Wunderwerk geschaffen, das sich sowohl warm als auch kalt genießen lässt.