Flo`s Schmetterlinge


Der Mittlere Weinschwärmer

Welche Schmetterlingsfamilie kriegt man leider nur selten zu Gesicht? Sehr richtig - Die Schwärmer! Das liegt daran, dass sie dämmerungs- und vor allem nachtaktiv sind und sich tagsüber Verstecke suchen um zu schlafen. Es gibt ein paar wenige Arten, die auch am Tage fliegen: das bekannteste Beispiel hierfür ist, denke ich, das Taubenschwänzchen.

Der Mittlere Weinschwärmer gilt bei uns als häufig und ist meiner Erfahrung nach auch der am öftesten anzutreffende Schwärmer. So finde ich jedes Jahr etwa um die 15 Raupen an den entsprechenden Futterpflanzen und habe so die Möglichkeit sie aufzuziehen. Es gibt sie in den Farbvarianten Grün und Braun, wobei letztere die häufigere Form darstellt. Meist frisst sie auf dem Zottigen Weidenröschen. Weiterhin aber auch auf dem Schmalblättrigen Weidenröschen, der Fuchsie, dem Blutweiderich und auf Weinreben (daher sein Name).

Charakteristisch für Schwärmerraupen ist das Analhorn. Es ist ein ungefährlicher Stachel/ Dorn, der sich am Ende und oberhalb des Afters der Raupe befindet.

Bei den Raupen des Mittleren Weinschwärmers, die ausgewachsen über 8cm lang sein können, ist zudem bemerkenswert, dass sie bei drohender Gefahr eine Schlange nachahmen, um so mögliche Fressfeinde in die Flucht zu schlagen. Das gelingt ihr, indem Sie den Kopf in die dahinter liegenden Körpersegmente einzieht und so an den Seiten leuchtende Augenflecke besonders zum Vorschein kommen.

Ist die Raupe reif zur Verpuppung, gräbt sie sich in die Erde ein, spinnt sich einen Kokon und überwintert dort.

Ende Mai Anfang Juni schlüpfen dann die ersten Exemplare. Auf dem Falter dominieren die Farben Pink und Olivgrün.

Er ist im Stande während des Fluges in der Luft zu stehen - in etwa wie Kolibris -  und muss bei der Nahrungsaufnahme nicht auf den Blüten landen, um Nektar saugen zu können. 


Der Schwalbenschwanz

Dieser Falter gehört zur Familie der Ritter und ist in Europa wohl einer der prächtigsten.

Seinen Namen hat er den zipfelartigen Aussackungen seiner Hinterflügel zu verdanken. Er hält sich bevorzugt an warmen und sonnigen Plätzen auf.

Leider ist er mittlerweile in vielen Gegenden Deutschlands ziemlich selten geworden.

Dieses Jahr hatte ich Glück und konnte zwei Raupen in unserem Garten entdecken. Sie fraßen am Fenchel. Der Schwalbenschwanz nutzt auch weitere Doldenblütler als Futterpflanze – z.B. die Wilde Möhre, Karotte, Dill, Pastinake und Kleine Bibernelle.

Die adulte Raupe weist auf grünen Grundton schwarze Querbanden und orangene Punkte auf. Bemerkenswert ist weiterhin, dass sie bei drohender Gefahr in der Lage ist, ein gelb-oranges y-förmiges Horn am Kopf auszustülpen. Dieses soll wohl auch unangenehm riechen.

 

Ist die Raupe ausgewachsen und hat einen geeigneten Platz zur Verpuppung gefunden, spinnt sie ein dünnes Band, in welches sie sich reinhängt. Sie wird nun als Gürtelpuppe bezeichnet. Bis zum Schlupf des Schmetterlings vergehen zwei bis drei Wochen.


Der Admiral

Nun ein letzter Edelfalter. Der Admiral ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 65 mm größer als seine bisher erwähnten Familienmitglieder.

Weiterhin gehört er zu den Wanderfaltern. Das bedeutet, dass jedes Jahr neue Generationen die Alpen überqueren und u. a. zu uns nach Deutschland fliegen. Hier pflanzen sie sich diese dann fort.

Die Admiralweibchen legen dabei die Eier einzeln an der Brennnessel ab. Die stachligen Raupen, welche in verschiedenen Farbvarianten vorkommen, oft rötlich-braun, aber auch gelblich oder schwarz, spinnen sich aus den einzelnen Blättern eine Art Röhre. Diese bietet ihnen Schutz vor Fressfeinden. Sobald das Blatt aufgefressen ist, wandert sie zum nächsten und verfährt auf gleiche Weise. Gelegentlich verpuppen sie sich sogar in so einem Blatttrichter.

Im Herbst treten die Falter den Rückweg an, verenden jedoch meist beim Versuch das Gebirge zu überwinden.. 

Die hierbleibenden Schmetterlinge sterben meist durch den ersten stärkeren Frost.


Der Kleine Fuchs

Diesen Monat soll es um einen weiteren Schmetterling aus der Familie der Edelfalter gehen.

Die Rede ist vom Kleinen Fuchs.

Sein Lebenszyklus ist dem des Tagpfauenauges durchaus ähnlich: Die Falter fliegen in den gleichen Monaten, nämlich vor allem zwischen April und Oktober. In besonders milden Frühjahren sind die überwinternden Exemplare schon ab Ende Februar zu sehen.

Die Raupen, welche vier charakteristische gelbe Längsbanden auf schwarzem Grundton aufweisen, ernähren sich ebenfalls überwiegend von der Brennnessel.

Nachdem die Falter geschlüpft sind, halten sie sich gerne an Waldrändern, Lichtungen und Wiesen auf. Aber auch in Gärten, in denen sie viele Futterpflanzen antreffen, sind sie häufig zu entdecken.

Da dieser Schmetterling als sehr robust und anpassungsfähig gilt, wird er auch noch in 3500 m Höhe beobachtet. 


Das Tagpfauenauge

Wohl kaum ein anderer Schmetterling ist in Deutschland so bekannt wie das Tagpfauenauge. Einerseits liegt das sicherlich daran, dass er in unseren Breiten zu den häufigsten Faltern zählt, andererseits aber auch an seinem prächtigen und einprägsamen Erscheinungsbild. 

Im Folgenden möchte ich weniger auf seine Merkmale wie Farben und Größen eingehen, sondern vielmehr auf seinen Lebenszyklus. Weiter möchte ich versuchen, einen kleinen Einblick in die Aufzucht des Falters zu geben. 

Das Tagpfauenauge gehört zur Familie der Edelfalter und fliegt jährlich in zwei Generationen. Die überwinternden Exemplare paaren sich im Frühsommer. Das Weibchen klebt während der Eiablage bis zu 200 Eier an die Blattunterseite der Brennnessel, die wichtigste Nahrungspflanze der Raupen.

Bis die Raupen das adulte Stadium erreichen, leben sie in Gruppen zusammen, um sich vor Fressfeinden besser schützen zu können. Erst nach der letzten Häutung vereinzeln sich die Tiere, um sich schließlich als Sturzpuppen an geeigneten Stellen aufzuhängen. Im Puppenstadium, während der Schmetterling die Metamorphose vollzieht, verharrt er etwa zwei Wochen.

Nachdem der Falter geschlüpft ist, ernährt er sich vom Nektar verschiedenster Pflanzen. Der Geruch der Buddleja – oft auch als Schmetterlingsstrauch/-flieder bezeichnet – hat es ihm besonders angetan. In den Sommermonaten ist er hier oft bei der Nahrungsaufnahme sehr gut zu beobachten.